„Sie scheuen das Licht“
Ein Gesetz soll die riskanten geschlossenen Fonds endlich kontrollieren und Anleger besser schützen. Die Branche wehrt sich.“
So steht es in der ZEIT vom 12.08.2010 Nr. 33 . Die gute alte Tante ZEIT habe noch nie einen wirklich guten Wirtschaftsteil gehabt. Das sind die gängigen Vorurteile, die man mit sich herumschleppt. Das Vorurteil stimmt in dieser Allgemeinheit sicherlich nicht, und schon gar nicht kann ich es beurteilen, weil ich meine Zeit nicht damit verbringen kann, den Wirtschaftsteil der ZEIT zu prüfen. Aber manchmal ergibt sich dann doch die Gelegenheit das Vorurteil anhand der Realität zu verifizieren:
Die Branche will die Regulierung
Die Headline „Sie scheuen das Licht“ darf man nicht übel nehmen. Zeitungen brauchen solche Krawallüberschriften, damit die Artikel überhaupt gelesen werden. In der Sub-headline kommt dann aber die Behauptung, dass die Branche sich gegen die Regulierung wehre. Richtig ist vielmehr, dass sich jeder in der Branche eine Regulierung dringend wünscht und eigentlich sogar herbeisehnt. Es ist völlig unklar, woher die ZEIT ihre gegenteilige Meinung hat?
Die Regierung hat einen ungeeigneten Vorschlag unterbreitet
Unter Fachleuten ist es eigentlich inzwischen einhellige Meinung, dass der Regierungsvorschlag zur Regulierung der Fonds am falschen Punkt angesetzt hat. Man wollte aus dem KG-Anteil ein Wertpapier machen. Was so harmlos klingt, hat vor allem zahlreiche ungewollte Auswirkungen auf den Vertrieb, die Verwaltung und die Emission von geschlossenen Fonds. Das hat die Regierung erkannt und deswegen hat sie ihren Vorschlag praktisch zurückgezogen.
Die Branche hat weitreichende Regulierungsvorschläge unterbreitet
Umgekehrt hat die Branche schon seit langem Vorschläge unterbreitet, wie man die diversen Richtlinien insbesondere die Richtlinie zur Regulierung von Managern Alternativer Investmentfonds (AIFM) umsetzen könnte. Die Vorschläge zielen darauf ab, vor allem die Emissionshäuser zu regulieren. Diese sollen kleine Banken werden, was im Grunde vernünftig ist. Der Vertrieb von Anteilen an geschlossenen Fonds ist schon heute durch eine Rechtsprechung der Zivilgerichte streng geregelt. Die „halbseidenen“ Strukturen werden also am ehesten dadurch voll-seiden, wenn die Emissionshäuser reguliert würden.
Offen ist, wie es weitergeht
Da zur Zeit Abstimmungsgespräche stattfinden, kann niemand eine seriöse Prognose geben, wie es weitergeht. Ich erwarte, dass September 2010 die Ergebnisse der Abstimmungsgespräche vorliegen. Wir werden die Entwicklung weiter genau beobachten und in diesem Blog darüber berichten.

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