Zum Beitrag von Dr. Johannes Reich, Partner des Frankfurter Bankhauses Metzler, in der FAZ vom 7.7.2011
Der als Standpunkt im gestrigen Finanzmarktteil der FAZ veröffentlichte Beitrag von
Dr. Johannes Reich „Wir brauchen eine neue Aufklärung“ weist über den Tag hinaus. Fabelhaft formuliert, außerhalb der sonst üblichen Sprechblasen und des anwaltlich abgesicherten, Einser-Schüler-, Tugendbold-, Compliance-Deutschs kommt Herr Dr. Reich unter Einbeziehung von Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Voltaire zu folgenden grundsätzlichen Erkenntnissen:
1. Banken brauchen Kunden, sodass Banken, die ohne Kunden Geschäfte treiben, keine Existenzberichtungen haben.
2. Banken brauchen Kapital, sodass die neu geplante Basel-III-Grenze von 7 Prozent grundsätzlich angemessen erscheint. Doch was bringen alle Eigenkapitalregelungen, wenn es an der Bilanzqualität und Transparenz fehlt? Die Antwort von Herrn Reich lautet richtigerweise: nichts.
3. Banken brauchen Liquidität, aber welche Aktiva könnten denn immer ganz sicher zu Geld gemacht werden?
4. Banken brauchen Risiken, denn ohne Risiko keine Zukunft.
5. Banken brauchen die Gesellschaft. Zwar hätten sich Banker an ihre Sündenbock-Rolle gewöhnt, dennoch sollten sie sich weiter bemühen darüber aufzuklären, was Banken tun und beitragen können zur Sicherung von Wohlfahrt. Wörtlich heißt es am Ende seines Beitrages: “Wir sollten trotz aller Irrationalität, die in und um uns wächst, eine neue Aufklärung suchen, ohne das Irrationale zu negieren.”
Wie wahr. Ich wünsche Herrn Dr. Reich zahlreiche Leser. Der Beitrag ist hier auf faz.net leider nur für Abonnenten kostenfrei zum Download verfügbar.

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